Fensterglas
Informationen und Tipps für Ihre Fensterauswahl
Moderne Verglasungen für mehr Wohnkomfort
Welche Arten an Fensterglas gibt es?
Wer ein neues Haus baut oder die Fenster eines bestehenden Gebäudes austauschen möchte, sollte neben dem Rahmenmaterial auch die passende Verglasung auswählen. Rahmen und Verglasung beeinflussen unter anderem den Wärme- und Schallschutz sowie die Sicherheit des Fensters. Welche Lösung geeignet ist, hängt von den individuellen Anforderungen, den baulichen Gegebenheiten und dem fachgerechten Einbau ab.
Welche Verglasung eignet sich für welchen Einsatzbereich?
Fenster mit Einfachverglasung
Einfachverglasungen bestehen aus nur einer Glasscheibe und bieten im Vergleich zu modernen Mehrscheiben-Isolierverglasungen eine deutlich geringere Wärmedämmung. Für beheizte Wohnräume erfüllen sie daher in der Regel nicht die heute geltenden energetischen Anforderungen.
Für bestimmte unbeheizte Räume, etwa Garagen oder einzelne Kellerräume außerhalb der thermischen Gebäudehülle, kann eine Einfachverglasung je nach Nutzung und baulichen Anforderungen weiterhin infrage kommen. Ob sie im konkreten Fall zulässig und geeignet ist, sollte fachlich geprüft werden.
Einfachverglasungen können geringere Anschaffungskosten haben. Bei der Auswahl sollten jedoch neben dem Preis auch Wärmedämmung, Sicherheit, Schallschutz und der vorgesehene Einsatzbereich berücksichtigt werden.

Fenster mit Zweifachverglasung
Eine Zweifachverglasung besteht aus zwei Glasscheiben mit einem abgedichteten Scheibenzwischenraum. Sie bietet in der Regel eine deutlich bessere Wärmedämmung als eine Einfachverglasung.
Zweifachverglasungen werden unter anderem bei der Modernisierung bestehender Gebäude eingesetzt. Ob sie für ein bestimmtes Gebäude geeignet sind, hängt jedoch von der Bausubstanz, dem energetischen Zustand, dem Heiz- und Lüftungskonzept sowie den geltenden Anforderungen ab. Eine fachliche Beratung hilft dabei, Rahmen, Verglasung und Einbausituation aufeinander abzustimmen.

Fenster mit Dreifachverglasung
Dreifachverglasungen bestehen aus drei Glasscheiben und zwei abgedichteten Scheibenzwischenräumen, die üblicherweise mit einem Edelgas gefüllt sind. Je nach Konstruktion bieten sie eine gute Wärmedämmung. Wärme-, Schall- und sommerlicher Hitzeschutz hängen jedoch vom gesamten Fensteraufbau, den verwendeten Gläsern, der Einbausituation und einer geeigneten Verschattung ab.

Eine geeignete Verglasung auswählen
Ob eine Zwei- oder Dreifachverglasung geeignet ist, hängt von den energetischen Anforderungen, der vorhandenen Bausubstanz, der Fensterkonstruktion und dem geplanten Einsatzbereich ab. Dreifachverglasungen können gegenüber Zweifachverglasungen eine bessere Wärmedämmung bieten. Die tatsächlichen Eigenschaften des Fensters werden jedoch durch das Zusammenspiel von Verglasung, Rahmen, Fenstergröße und fachgerechtem Einbau bestimmt.
Bei der Modernisierung bestehender Gebäude sollte die Auswahl der Fenster auf den energetischen Zustand des gesamten Gebäudes abgestimmt werden. Für die Beurteilung eines möglichen Feuchte- oder Schimmelrisikos sind unter anderem Wärmebrücken, Oberflächentemperaturen, Luftfeuchtigkeit sowie das Heiz- und Lüftungsverhalten zu berücksichtigen. Eine fachliche Planung kann helfen, eine geeignete Lösung zu finden.
Dreifachverglasungen können höhere Anschaffungskosten als vergleichbar ausgestattete Zweifachverglasungen verursachen. Ob sich die Mehrkosten durch mögliche Heizenergieeinsparungen ausgleichen, lässt sich nur unter Berücksichtigung des konkreten Gebäudes, der Nutzungsdauer und der zukünftigen Energiepreise abschätzen.
Einfachverglasungen weisen gegenüber modernen Mehrscheiben-Isolierverglasungen eine deutlich geringere Wärmedämmung auf. Für beheizte Wohnräume erfüllen sie daher in der Regel nicht die heutigen energetischen Anforderungen. In bestimmten unbeheizten Räumen außerhalb der thermischen Gebäudehülle können sie abhängig von der Nutzung und den baulichen Vorgaben weiterhin infrage kommen.
Wärmeschutz
Den U-Wert im Blick behalten
Die Wärmedämmung ist ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl neuer Fenster. Fenster mit einem niedrigeren Wärmedurchgangskoeffizienten können Wärmeverluste verringern und dadurch helfen, den Heizenergieverbrauch und die damit verbundenen Kosten zu senken.
Der Wärmedurchgangskoeffizient – kurz U-Wert – beschreibt, wie viel Wärme unter festgelegten Bedingungen durch ein Bauteil nach außen gelangt. Je niedriger der U-Wert ist, desto besser ist seine Wärmedämmwirkung.
Bei Fenstern werden unterschiedliche Kennwerte verwendet:
Uw-Wert: Wärmedurchgangskoeffizient des gesamten Fensters
Ug-Wert: Wärmedurchgangskoeffizient der Verglasung
Uf-Wert: Wärmedurchgangskoeffizient des Fensterrahmens
Für den Austausch von Fenstern können die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) gelten. Welche Grenzwerte und Ausnahmen im konkreten Fall zu beachten sind, hängt unter anderem vom Gebäude, vom Umfang der Maßnahme und von der Nutzung der Räume ab. Lassen Sie die Anforderungen für Ihr Projekt von einem qualifizierten Fachbetrieb oder einer Energieberatung prüfen.
Achten Sie bei der Auswahl insbesondere auf den Uw-Wert des gesamten Fensters und darauf, dass Fenster, Einbau und bauliche Gegebenheiten aufeinander abgestimmt sind.
Sicherheit
Einbruchhemmung durch aufeinander abgestimmte Komponenten
Die Einbruchhemmung eines Fensters hängt vom Zusammenspiel mehrerer Komponenten ab. Dazu können abschließbare Fenstergriffe mit Anbohrschutz, einbruchhemmende Beschläge und Schließstücke, verstärkte Rahmenprofile sowie eine geeignete Sicherheitsverglasung gehören. Entscheidend sind die geprüfte Gesamtkonstruktion und die fachgerechte Montage.
Je nach gewünschtem Sicherheitsniveau kann eine einbruchhemmende Verglasung eingesetzt werden. Verbundsicherheitsglas allein macht ein Fenster jedoch nicht automatisch einbruchhemmend. Maßgeblich sind die nachgewiesenen Eigenschaften der Verglasung und des gesamten Fenstersystems.
Auch Rollläden können ergänzend zum Einbruchschutz beitragen. Ihre einbruchhemmenden Eigenschaften hängen von der jeweiligen Konstruktion, der Hochschiebesicherung, den Führungsschienen und der Montage ab.
Widerstandsklassen nach DIN EN 1627
Die Norm DIN EN 1627 legt Anforderungen und Widerstandsklassen für einbruchhemmende Türen, Fenster, Vorhangfassaden, Gitterelemente und Abschlüsse fest. Die Klassen werden mit RC für „Resistance Class“ bezeichnet. Je höher die ausgewiesene Widerstandsklasse, desto anspruchsvolleren Prüfanforderungen muss das geprüfte Bauelement standhalten.
Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass die angegebene RC-Klasse für das gesamte Fensterelement nachgewiesen ist und das Element entsprechend den Vorgaben des Herstellers fachgerecht montiert wird.
Eine geeignete Verglasung gehört zum Sicherheitskonzept
Die Einbruchhemmung eines Fensters hängt vom Zusammenspiel der Verglasung, des Rahmens, der Beschläge und der Befestigung sowie von der fachgerechten Montage ab.
Je nach gewünschtem Sicherheitsniveau kann eine geprüfte einbruchhemmende Verglasung eingesetzt werden. Verbundsicherheitsglas allein macht ein Fenster jedoch nicht automatisch einbruchhemmend. Achten Sie deshalb auf die nachgewiesene Widerstandsfähigkeit der Verglasung und des gesamten Fensterelements.
Ein Fensterfachbetrieb berät Sie gerne zu geeigneten Sicherheitsmaßnahmen für Fenster und Türen.
Windlastzonen
Wind erzeugt Druck- und Sogkräfte auf Gebäude und deren Bauteile. Bei der Planung von Fenstern und Türen muss deshalb berücksichtigt werden, welchen Windlasten die Elemente am jeweiligen Einbauort standhalten müssen.
Deutschland ist in vier Windlastzonen eingeteilt. Die Zuordnung reicht grundsätzlich von Windzone 1 mit niedrigeren anzusetzenden Windlasten bis Windzone 4 mit höheren Windlasten. Höhere Windlastzonen befinden sich vor allem in den Küstenregionen und auf den vorgelagerten Inseln. Die genaue Zuordnung sollte anhand der für den Gebäudestandort geltenden Windzonenkarte ermittelt werden.
Die Windlastzone allein bestimmt die Anforderungen an ein Fenster jedoch nicht. Zu berücksichtigen sind unter anderem:
- der genaue Gebäudestandort,
- die Gebäudehöhe und -geometrie,
- die Gelände- und Umgebungssituation,
- die Einbauhöhe und Lage des Fensters am Gebäude,
- mögliche lokale Besonderheiten.
Die erforderliche Widerstandsfähigkeit des Fensters gegen Windlast sollte daher projektbezogen durch einen Fachbetrieb oder eine fachkundige Planung ermittelt werden.